Der Brief:

An alle Regierenden

und an den staatlichen Strategien zur

Bewältigung der Corona-Pandemie und

Ihrer Folgen Beteiligten der Bundesrepublik Deutschland

 

Viereth-Trunstadt, 24.03.2021

 

Hilferuf einer Bürgerin:

 

Sehr geehrter und hoch geschätzter Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier,

Sehr geehrte und hochgeschätzte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,

Sehr geehrter Herr Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz,

Sehr geehrter Herr Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier,

Sehr geehrter Herr regierender Bürgermeister von Berlin

und amtierender Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz Michael Müller als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz,

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bayerns Dr. Markus Söder, als ehemaliger und einflussnehmender Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz,

Sehr geehrte Mitglieder der gesamten Regierung der Bundesrepublik Deutschland auf Bundes-und Länderebene, deren Berater, Mitarbeiter und Gremien die an der Bewältigung der Krise und Ihrer Folgen rund um die Corona-Pandemie beteiligt sind,

 

Ich habe lange überlegt, wie es mir als einfacher Bürgerin gelingen könnte, Sie mit meinen Worten zu erreichen und mich entschlossen:

 

Ich bitte Sie einfach darum, meine Worte bis zum Schluss zu lesen - bitte.

 

Ich bin kein Meister der Kürze und deswegen weiß ich ob der Mühe, die ich von Ihnen um mich verlange. Sie mögen mir nachsehen, dass ich nicht wie Sie geschult bin, gestehen mir trotzdem mein Recht zu, von Ihnen als Ihr Bürger gehört zu werden! Manchmal werde ich bewusst sehr ausführlich werden, ich muss sicher gehen, dass Sie mich verstehen und tatsächlich bin ich sehr überrascht, dass es mich braucht, Ihnen das zu erklären. So viele sagen Ihnen das täglich und ich verstehe nicht, wie Sie bisher noch nicht reagieren konnten und ich kann immer noch nicht glauben, dass es Sie nicht berührt.

 

Deshalb bin es genau genommen ich, die sich in höchstem Maße um Sie bemüht, wenn ich Ihnen von unserer Not berichte. Einer Not die Sie verursacht haben und per Eid und Gesetz verpflichtet sind, Abhilfe zu schaffen.

 

Sie sind meine gewählte Regierung!

 

Ich bin sicher, wenn Sie offenen Herzens meine Ausführungen lesen, dann wissen Sie, dass ich der Mehrheit der Deutschen Wirtschaft, das sind die Klein-und Mittelstandsunternehmen, den Hauptarbeitgeber und Steuerzahler des Landes, welches Sie regieren aus dem Herzen spreche.

 

Mir liegen keine Umfrageergebnisse in dem Ausmaß vor wie Ihnen, ich verfolge schon lange nur noch oberflächlich das Geschehen. Talkrunden gehören nicht zu meiner ersten Wahl mich von diesem Desaster abzulenken und trotzdem traue ich mir zu, unaufgefordert für Viele zu sprechen.

 

Ich möchte Sie respektvoll daran erinnern, dass wir Ihre Einkünfte bezahlen, wir sorgen dafür, dass Sie sich darauf verlassen können, dass Ihr Geld pünktlich auf Ihrem Konto ist, auch wenn Sie nicht mehr aktives Mitglied dieser Regierung sind.

 

Wir, Ihre Hauptsteuerzahler haben seit Monaten schlaflose Nächte und verlieren gerade alles, was wir uns erarbeitet haben und wir haben schon jetzt die enttäuschende an Sicherheit grenzende Ahnung, dass wir von Ihnen nichts dagegen zu erwarten haben. Das kann und will ich immer noch nicht glauben. Ich bitte Sie, lesen Sie! Denken Sie mit einem offenen Herzen darüber nach und versuchen Sie für Ihr Einkommen das wir bezahlen, Ihren Verpflichtungen so nachzukommen, dass wir auch nachvollziehen können, warum uns soviel abgezogen wird für den Unterhalt dieses Landes und eben auch für Sie und Ihre Familien.

 

„Wir“, das sind all die Unternehmer, von denen Sie nunmehr seit einem Jahr Verständnis erwarten, dass Sie uns unsere Lebensgrundlage in unterschiedlichen Ausmaßen entziehen. Das sind die vielen Kulturschaffenden, Gastronomen, Hoteliers, Schuhläden, Bekleidungsgeschäfte, Küchenverkäufer, Zoohändler, Musikschulen, Fahrschulen, Yogazentren, Nagelstudios, Tätowierer, Masseure, Einzelhändler .... ich hoffe, das genügt erstmal, um Ihnen einen Bild von den Menschen zu geben. Wir sind keine Steuernummer, wir sind Angela, Thomas, Michael, Markus, Ines, Marc, Irene, Ansgar, Sarah, Tim, Gertrude, Gerd, Simone, Rita, Oma Jutta, Onkel Paul, Mama, Papa.....

 

Die meiste Zeit in dieser Pandemie hatte ich Respekt und Bewunderung für Sie und Ihre Arbeit, jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr hinter Ihnen stehen kann. Ich möchte Sie gerne unterstützen, nur kann ich das nicht mehr!

 

ICH KANN ES MIR NICHT MEHR LEISTEN!

 

Ich habe inzwischen das Gefühl Sie wollten einmal das Beste, haben aber inzwischen völlig den Überblick verloren, was das ist! Ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken, Ihre Positionen würden mir Angst einflößen und vielleicht ist Ihre aktuelle Aufgabe gar nicht wirklich zu bewältigen. Wenn Sie jetzt aber nicht innehalten und dringend Ihre Strategien bzgl. der Hilfsleistungen für Unternehmen überarbeiten, werden die Folgen davon eine Tragweite haben die dann nicht mehr zu überblicken sein werden. Das werden Sie nicht mit Ihrem Gewissen vereinbaren können und ich setze voraus, dass Sie eines haben.

 

Bitte begegnen Sie mir mit dem gleichen Verständnis, dass ich täglich versuche für Sie aufzubringen und gestehen mir meine deutlichen Worte zu. Wir sind in einer nahezu aussichtslosen Situation und nicht zuletzt wegen dem Verständnis und vielleicht auch leichtsinnigem Vertrauen in Ihre Arbeit, anstatt uns von Anfang an zu wehren und um Mitsprache zu kämpfen. Wir hielten das nicht für nötig, wir vertrauten darauf, dass Sie gewissenhaft agieren und wollten Sie nicht zusätzlich belasten, sondern haben mit aller Kraft Ihre Entscheidungen getragen und versucht Sie zu unterstützen.

 

Wir haben alle Ihre Aufgaben an uns bewältigt. Wir haben geschlossen, haben unsere Betriebe völlig umgekrempelt, um Ihren Anforderungen gerecht zu werden, sind nicht müde geworden, um Verständnis für Ihre Maßnahmen zu werben, haben viel Geld ausgegeben, um die Maßnahmen umzusetzen, haben unsere Kunden dahingehend überzeugt, sich an alles zu halten und haben viel Zeit aufgewendet, um unsere Mitarbeiter durch diese Krise zu bringen, unsere Rechnungen zu bezahlen, dass auch diese Menschen überleben und wir haben das alles aus eigenen Taschen finanziert und die sind jetzt mehr als leer, dass wir inzwischen sehr viel schlechter da stehen als unsere Angestellten, Kunden und Rechnungsempfänger.

 

Wir reihen uns ein in die inzwischen große Anzahl der Unternehmer, die Angst haben vor Altersarmut! Und das nach einem Leben voller Verantwortung und Einsatz für Ihre Bürger!

 

Ich fürchte Sie haben aus dem Auge verloren, was Klein-und Mittelstandsunternehmer für dieses Land bedeuten und dass das die Menschen sind, dank derer dieses Land ist was es ist wir sind das Deutsche Unternehmertum, die Menschen die Arbeitsplätze schaffen und erhalten und den Großteil des Bruttosozialproduktes produzieren. Ich habe mir einige Lebensläufe von Ihnen genauer angesehen und war teilweise sehr überrascht. Ich möchte nicht sagen, dass Sie ein einfaches Leben hatten, dass Sie nicht kämpfen mussten, hart arbeiten, das natürlich nicht. Ich erlaube mir aber zu behaupten, dass Sie nicht nachempfinden können, aus welchem „Garn“ wir gestrickt sind. Wir, die Menschen die Ihr täglich Brot bezahlen und das Ihrer Familien und denen Sie mit Ihren wohlgemeinten aber völlig realitätsfremden Hilfspaketen die Existenz bereits zerstört haben und immer weiter zerstören.

 

Ich kann einfach nicht glauben was ich sehe, wenn Herr Scholz gegenüber einem betroffenem Unternehmer im Fernsehen keinerlei Regung zeigt und immer noch so tut, als würde die Regierung schon helfen. Sehr geehrter Herr Scholz, auf mich wirkt es sehr befremdend, dass Sie immer noch starr lächeln, als hätte Ihnen Ihr Enkel voller Stolz einen tot gestreichelten Hamster vor die Füße gelegt. Ich habe das Gefühl, Sie haben nicht zugehört und wünschen sich nichts sehnlicher, als dass diese Farce endlich vorüber geht und Sie sich wichtigeren Dingen zuwenden können, als der Vielzahl der Klein-und Mittelstandsunternehmer. Ich habe wirklich das Gefühl, wir sind nicht wichtig genug für Sie, klarer noch: Sie kalkulieren mit unserer Existenz.

 

Ich unterstelle Ihnen Allen, dass Sie das nicht wollen und Ihr Bestes versuchen, aber verzeihen Sie mir die klaren Worte: Sie haben nicht die geringste Vorstellung, was tatsächlich passiert. Vielleicht wollen Sie sich das aber auch nicht vorstellen!?! An die Möglichkeit, dass es Ihnen bewusst sein könnte konnte ich bisher nicht glauben, langsam finde ich aber keine andere plausible Erklärung mehr für Ihr Verhalten! Die meisten von Ihnen kennen das Leben eines Selbständigen, oft in familiengeführten Betrieben nicht. Das müssen Sie auch nicht, um gut regieren zu können. Aber für Ihr Einkommen, die Verantwortung die Sie in Ihrer Position angenommen haben, haben sie die Verpflichtung genauer hinzuschauen! Sie haben einen Eid darauf geschworen! Es kann ein Mensch noch so viele hervorragend ausgebildete Berater haben, mit akademischen Grad und Auszeichnung, es braucht die persönliche Erfahrung für sinnvolle Projekte, egal welcher Art.

 

Ich stamme aus einer Unternehmerfamilie und als Kind unterlag ich der festen Überzeugung, dass ich niemals selbständig werden wolle. Ich bin heute 51 Jahre alt, die meiste Zeit meines Lebens war ich natürlich selbständig, heute bin ich„angestellte“ Fahrlehrerin in der Fahrschule meines Mannes und in der Praxis bedeutet das, wir sind ein klein-oder mittelständischer Familienbetrieb. Die „Anstellung“ ist eine steuerliche/rechtliche Formalität, in der Realität sind wir beide selbstständige Unternehmer. Zusammen mit mir haben wir vier Vollzeitbeschäftigte. Wir geben vier Familien seit Jahren ein gesichertes Einkommen, eine gesicherte Existenz und wenn es mal knapp ist mit Arbeit, dann bleiben wir zuhause, unsere Mitarbeiter stehen ganz oben auf der Liste!

 

Die vermeintlichen Nachteile eines Selbständigen, unter denen ich als Kind gelitten hatte, sind so fürchte ich der Hauptgrund warum Sie nicht wahrnehmen, wie es durch Ihre Entscheidungen tatsächlich um uns bestellt ist. Ich könnte stundenlang darüber schreiben, kann Ihnen das psychologisch aufdröseln, kann Ihnen Beispiele nennen die mehrere Bücher füllen würden, dafür ist hier „leider“ kein Raum und es düngt mich auch hauptsächlich dazu, damit ich meine Glaubwürdigkeit und Erfahrung belegen könnte, dass Sie mir folgendes glauben wollen:

 

Der Betrieb ist das Leben für uns! Wir sind die Menschen, die gar nicht auf die Idee kommen, dass wir Geld bekommen könnten, wenn es mal schlecht läuft. Wir denken nicht über Urlaub, oder welche Küche, welches Auto nach, sondern immer erst darüber wie es der Firma geht. Wir haben das in den meisten Fällen nicht „studiert“! Es liegt in unseren Genen! Bevor wir über Ursachen warum es schlecht läuft nachdenken, haben wir ohne Bewusstsein, was wir da eigentlich tun, sämtliche irgendwie verfügbaren Mittel abgegriffen um den Betrieb zu erhalten... wenn das in trockenen Tüchern ist, dann denken wir erst darüber nach, wie es soweit kommen konnte und was wir anders machen müssen in Zukunft. Bevor die Arbeit für unsere Mitarbeiter nicht reicht, bleiben wir zu Hause. Ich bin sicher in unserer wirtschaftlichen Größenordnung kennen fast Alle die Phasen in denen die Mitarbeiter mehr Geld zur Verfügung haben, als man selbst bei doppeltem und dreifachem Einsatz, bei vollem Risiko, auf der Strecke zu bleiben. Fragen Sie mal Unternehmerkinder. Ich bin sicher, da gibt es einige, die kennen das, dass das Sparbuch von Oma und Opa vorrübergehend für Lebensunterhalt herhalten musste, wenn es mal wieder eine Durststrecke gab, weil Kunden nicht zahlten oder ganz ausblieben.

 

Wir nehmen als gegeben hin, was Sie uns steuerlich abverlangen und es gibt immer wieder Jahre, da wird nicht einmal für wenige Tage irgendwo hingefahren, weil es nicht reicht, weil die Einkommenssteuer noch bezahlt werden muss oder weil Arbeit nicht fertig wird. Manchmal geht man ins „Minus“ um alle Verpflichtungen leisten zu können und zwickt alles ab was irgendwie möglich ist. Wir bezahlen mehr als die Hälfte unseres hart verdienten Geldes an den Staat und da können Sie vielleicht verstehen, dass wir manchmal zornig werden wenn wir sehen müssen was Sie als dessen Regierung damit machen. Wir währen uns nicht dagegen, dass unsere Kunden meinen wie gut es uns doch gehen müsste, weil Ihnen nicht bewusst ist, dass die zusätzlich 19 % MWST uns nicht gehören, sondern wir Straßen, Kindergärten, Renten, die riesigen bürokratischen Apparate des Staates, Ihre Diäten, Ihre Pensionen, Instandhaltung von kirchlich genutzten Gebäuden, Schulen, Lehrer bezahlen. Überlegen Sie mal bitte, das ist ein Sechstel unserer Einnahmen und nur der Anfang!

 

Wir währen uns nicht dagegen, dass unsere Mitarbeiter denken, dass wir das für sie bezahlen, was auf Ihrem Lohnzettel steht, viele sind sich nicht einmal bewusst, was der Unterschied zum Netto bedeutet und schon gar nicht darüber, dass wir Arbeitgeber etwa 25 % der Nebenkosten oben drauf legen müssen und das 1,7-fache des Bruttos erwirtschaften müssen, um es bezahlen zu können. Dass wir Berufsgenossenschaften bezahlen müssen, Versicherungen und gerne auch zusätzliche Leistungen wie Kita, Fahrrad, VWL. Sie als Staatsregierung bürden uns auf, von unseren teuersten Fahrschulautos 1 % des Listenneupreises als Einkommen zu verrechnen und dafür Steuer zu bezahlen, obwohl wir es sowieso bezahlen und erwirtschaften. Wir sind das Unternehmen! Und übrigens interessiert es Sie dabei noch nicht einmal, ob wir das Fahrzeug tatsächlich privat nutzen. Wir könnten auch Fahrtenbuch führen. Haben Sie das mal gemacht? Sie haben einen Chauffeur und einen kostenfreien Dienstwagen, den übrigens auch wir bezahlen!

 

Es gibt noch viel mehr dieser „Kleinigkeiten“ die sich summieren. Wir machen aber einfach weiter, schlucken es und beschweren uns nur, wenn wir uns mit Gleichgesinnten unterhalten. Sie bekommen nicht mit, was uns das Alles kostet! Sie messen uns an unseren gezahlten Steuern und weil wir das alles hinbekommen, scheinen Sie nicht zu realisieren, was das für uns bedeutet und das wir schon lange das Limit des Zumutbaren erreicht haben!

 

In dieser Pandemie, haben Sie uns durch Ihre Schließung in diese nachhaltig aussichtlose Situation gebracht. Wir haben wie immer nicht darüber nachgedacht und alle Mittel abgegriffen, um den Betrieb durch zu bringen. Hauptsache es geht weiter! Dass wir als Konsequenz von Altersarmut bedroht sind und viele im Ruhestandsalter Angekommene von vorne und Null anfangen müssen, ohne jegliche Hoffnung, dass wir unser altes Leben zurück haben können, wird uns jetzt allmählich klar und trifft uns wie ein Hammer auf den Kopf. Mir persönlich nimmt es immer wieder den Atem, so oft es mir bewusst wird, immer öfter!

 

Die vielen schlaflosen Nächte, die Verantwortung die wir tragen für unsere Mitarbeiter, gegenüber unserer Kunden bei der Qualität unserer Arbeit, gegenüber unserer Vermieter, der Autokonzerne, Ihnen als zuverlässiger und pünktlicher Steuerzahler. Und ich bitte Sie jetzt eindringlich:

 

GEBEN SIE SICH MEHR MÜHE MIT UNS! DIE HIFSPAKETE DIE SIE EINGERICHTET HABEN, HELFEN UNS NICHT! SIE SIND DABEI, DIE HAND DIE SIE FÜTTERT ZU RUINIEREN!

 

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie von einem weiterem Hilfspaket über Milliardenbeträge für Lufthansa oder Tui hören, mit dem Wissen das wird mit Ihren erwirtschafteten Steuergeldern bezahlt? Sogar die Steuern, die Sie über unsere Mitarbeiter generieren wenn die Miete bezahlen, einen Fernseher kaufen, Strom abnehmen, ein Auto kaufen, das alles kommt von uns! Geld an Unternehmen, von denen schon seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es freundlich gesagt deutlichen Spielraum nach oben in ihrer Betriebswirtschaft gibt. Wenn die Meldungen im Radio kommen, welche Gewinne die Autokonzerne trotz Pandemie gefahren haben und trotzdem von unseren Steuern hohe Prämien für den Kauf von Elektroautos bezahlt werden, von denen alle wissen, dass Sie Eins zu Eins eingepreist werden! Diese Konzerne haben während der Pandemie für Ihre Mitarbeiter Summen in schwindelnden Höhen für KUG abgegriffen und zahlen jetzt Dividenden aus! Was würden Sie darüber denken, auf unserer Seite, aus unserer Perspektive? Wir stehen vor einer Wand, oben ist unten, links ist rechts, wir verstehen nicht warum Sie uns vergessen haben, warum wir in diesem Land, keinen Wert zu haben scheinen. Wir werden arbeiten müssen bis wir in die Grube fallen, um das alles zu finanzieren und müssen für uns selber fürchten unter der Brücke zu landen!

 

Das Fahrschulgeschäft zählt ehrlich gesagt nicht zu den betriebswirtschaftlichen Glanzbeispielen für Gewinnspanne und so gibt es leider viele Kollegen, die entweder sehr lange arbeiten müssen oder eben im Alter ein deutlich schlechteres Leben führen müssen, als zu Betriebszeiten. Mein Mann hat vor 20 Jahren ein Mietshaus gekauft, das dieses Jahr abbezahlt sein sollte. Das ist der Hauptanteil seiner Altersvorsorge und ab diesem Jahr wollte er sich eigentlich langsam in den Ruhestand zurück ziehen. Er ist 66 Jahre und hat seit Schulaustritt durchgehend gearbeitet. Er hat noch heute z.B. ein Gewerbe für einen Fahrbaren Gastrowagen. In seinen Anfangsjahren, als es noch nicht so lief mit der Fahrschule, hat er Glühwein und Würstchen verkauft am Schlittschuhweiher, um Ihnen nicht auf der Tasche zu liegen.

 

Ich möchte kurz in Erinnerung rufen, dass es kaum einen Unternehmer geben wird, der halbwegs erfolgreich ist und weniger als 60 Stunden in der Woche arbeitet, eher mehr. Genau genommen wacht er am Morgen mit seinem ersten Gedanken an den Betrieb auf und abends schläft er sehr wahrscheinlich mit dem letzten Gedanken an den Betrieb ein.

 

Er trägt Verantwortung für seine Mitarbeiter und Kunden, schafft und erhält Arbeitsplätze, zahlt Steuern in beträchtlicher Höhe und ist wie bereits mehrmals erwähnt damit in gewisser Weise Ihr Arbeitgeber. Ist es da nicht legitim, dass er/sie sich mehr leisten möchte, als ein Angestellter mit ungleich weniger Arbeitszeit, Risiko und Verantwortung? Von Ihrem Einkommen können wir in dieser Größenordnung nicht einmal träumen und Sie müssen Nichts befürchten, wir zahlen ja! Sie werden auch in den wenigsten Fällen für Fehlentscheidungen zur Rechenschaft gezogen und schon gar nicht verlieren Sie dafür Ihre Existenz.

 

Ohne bewerten zu wollen, ob Ihre Entscheidungen richtig oder falsch sind, tragen wir mit dem Verlust unserer Existenz die Konsequenzen und Sie machen sich nicht einmal die Mühe, tatsächlich etwas dagegen zu tun. Ich weiß gar nicht wie viele Unternehmer bereits an Sie heran getragen haben, was an Ihren Hilfspaketen nicht richtig ist. Woran liegt es, dass Sie nicht reagieren? Haben Sie erkannt, dass wir Ihre Versprechen nicht finanzieren können? Und weil Sie es Tui und Konsorten schon bezahlt haben, bleibt für uns von unserem Geld nichts übrig?

 

Wenn ich auf unsere letzten zehn Jahre schaue, ist es nicht soviel was wir uns mehr geleistet haben, als unsere angestellten Fahrlehrer (die übrigens fantastischen Einsatz bringen und zu uns helfen). Wir können uns nicht im Entferntesten so ein Leben leisten wie Sie. Urlaube kann ich zählen, wir haben kein Geld für etwas Großes ausgegeben außer im Hinblick darauf Vermögen fürs Alter aufzubauen, wir bewohnen nicht einmal ein eigenes Haus, sondern sind in Miete.

 

Als wir im Frühjahr 2020 wegen Corona für fast drei Monate unsere Fahrschule schließen mussten,haben wir lediglich die 9.000 € einmalige Hilfszahlung bekommen. Unsere Personalkosten konnten wir zum Großteil über KUG abdecken. Nicht den Teil, den wir als verantwortungsbewusste Arbeitgeber für unsere Mitarbeiter oben aufgelegt hatten.

 

Übrigens kennen wir persönlich nicht einen einzigen Unternehmer, der das nicht gemacht hat. Bevor wir auch nur einmal darüber nachgedacht haben was mit uns ist, haben wir überprüft wie unsere Mitarbeiter diese Zeit durchstehen. Wir haben an deren Familien gedacht, nicht an unsere. Wir haben nicht eine Sekunde überlegt, dass wir für das was wir oben drauf legen, damit unsere Mitarbeiter Miete oder Haustilgung, Auto, Strom etc. bezahlen können, keinen Ersatz bekommen und das aus eigener Tasche bezahlen. Wir haben auch nicht darüber nachgedacht, dass wir auch Miete bezahlen müssen, Strom, Krankenversicherung und was zum Essen brauchen, unsere Tilgungsrate für unsere Altersvorsorgeinvestition etc. WIR HABEN DARAUF VERTRAUT, DASS SIE NICHT ZULASSEN WERDEN, DASS WIR IN SO GROßE NOT GERATEN WIE WIR HEUTE SIND!

 

Die Lebensumstände jedes einzelnen Unternehmer werden sehr different ausfallen, aber der Grundsatz bleibt der gleiche, wir geben alles für den Erhalt des Betriebs, für Arbeitsplätze, für unseren Anteil an der „Bundesrepublik Deutschland“ in Form von Steuerzahlungen, für uns zählt nichts anderes! Wir tragen volle Verantwortung für unseren Platz im System und tragen volles unternehmerisches Risiko. Das bedeutet für uns, dass wenn wir schlecht wirtschaften, spüren wir das sofort, wenn der Markt sich verändert, spüren wir das sofort, wenn wir Fehlentscheidungen treffen, spüren wir das sofort. „Sofort“ spüren bedeutet für uns immer auch Existenzbedrohung, wir haben kein doppeltes Netz und auch keinen Fallschirm und Niemanden der dafür sorgt, dass auch wir am Monatsende das Geld auf demKonto haben, das wir brauchen um die Verpflichtungen die wir eingegangen sind, bedienen zu können. Sie entscheiden was immer sie wollen und mal ehrlich, welche Konsequenzen tragen Sie? Wir übernehmen das für sie und wir bezahlen das für Sie!

 

Der eine von uns steht natürlich besser da, der andere hat gerade gar nichts auf der Seite. Zeit meines Lebens, aus dem Fernsehgeschäft meiner Großeltern und meiner Mutter, aus dem späteren gemeinsamen Betrieb meiner Eltern, aus meinen eigenen Unternehmen, aus unserer Fahrschule und die meisten unserer Freunde sind auch Unternehmer, kenne ich nur das: Wir legen auf die Seite was wir brauchen, um später auch einigermaßen würdig weiter leben zu können, wir brauchen gar nicht viel anderes, weil der Betrieb unser Herz erfüllt und jeder von uns weiß, dass die flüssigen Mittel niemals groß so rum liegen. Wenn wirklich etwas übrig bleibt, dann legen wir es für den Ruhestand zurück, investieren es in Betrieb und ganz ehrlich, vielen von uns gelingt das leider nicht ausreichend.

 

Aber eins ist sicher, ohne Menschen wie uns, gäbe es dieses Deutschland, das es heute ist nicht! Ohne uns, würden Sie nicht auf Ihrem Posten sitzen und könnten Sich solcher Diäten sicher sein!

 

Wir haben im Frühjahr einen Kredit in Höhe von 40.000 € abgesichert durch unser Mietshaus aufgenommen, damit unser Betrieb Ihre Schließung überlebt. Aus der Traum meines Mannes die nächsten fünf Jahre in den Ruhestand zu gehen. Wir hatten seinen Rückzug gut organisiert und uns seit Jahren darauf gefreut, dass er endlich Zeit hat für seine Enkelkinder, für seine Musik, für sein Segeln. Für die meisten Unternehmer bleibt nicht unbedingt viel Zeit für Hobbys oder eben Familie. Familie von Selbstständigen in dieser Größenordnung ist immer ein Teil des Unternehmens. Der Betrieb stellt fast immer Aufgaben, die gerade vorrangig sind. Bei uns in Fahrschulen oftmals hervorgerufen durch Änderungen in unserenAusbildungsgesetzen, bei denen Ihnen nicht bewusst ist was sie für einen kleinen Betrieb bedeuten. Auch darüber scheinen Sie sich keine Gedanken zu machen und sich viel zu leichtfertig auf Ihre Berater zu verlassen.

 

Als Beispiel möchte ich eine andere Branche zwischenschieben: Haben Sie sich irgendwann einmal die Mühe gemacht, die Wirtsleute eines Gastronomiebetriebs zu fragen,was Ihre unflexiblen Arbeitszeitgesetze für diese Branche bedeuten? Stellen Sie sich bitte vor, sie richten eine Hochzeitsgesellschaft aus. Die Gesellschaft kommt nach der Kirche um 12:30 Uhr und möchte mit Mittagessen starten und das geht dann durch bis in die Morgenstunden. Was meinen Sie, wie ein kleiner Betrieb das hinbekommen soll, wenn seine Servicemädels nur zehn Stunden arbeiten dürfen? Ich habe lange genug bedient, hatte selbst eine kleine Brauereigaststätte geleitet, ihre Gesetze sind eine der Hauptursachen für das derzeitige Gasthaussterben schon vor Corona. Das sind die Bedingungen, die sie schaffen ohne sich die Mühe zu machen, mit den Betroffenen wirklich zu reden.

 

Sie wollten die Mitarbeiter im Servicebereich schützen, statt dessen nehmen Sie Ihnen Ihre Jobs! Sie verlassen sich auf Ihre Berater und behaupten vor der Öffentlichkeit, die Thematik ausreichend überprüft zu haben und was noch viel schlimmer ist, so bereinigen Sie Ihr Gewissen. Wie soll das gehen ohne mit den Betroffenen vor Ort zu reden? Und woher soll ein Studierter ohne jeden Praxisbezug das beurteilen können? Indem er schöne Statistiken und Grafiken erstellt? Das könnten Ihnen die 6-jährigen Kinder der Wirtsfamilien besser und praxisbezogener erklären!

 

Bitte schauen Sie selbst in sich und geben sich die ehrliche Antwort, ob Sie auf diese Art den Anforderungen Ihres Amtes gerecht werden können? In erster Linie geht es um das Wohl der Bürger, sie arbeiten für uns, nicht umgekehrt und da können Sie sich nicht auf die Aussagen studierter Akademiker verlassen, die selbst keine Ahnung von der Materie, der Praxis und den Menschen haben. Natürlich brauchen Sie Berater, aber doch bitte die, die es betrifft und die wissen worum es geht! Man kann das nicht studieren! Würden Sie Reitstunden bei jemanden nehmen wollen, der selbst nie auf einem Pferd gesessen hat? Hier hängt zu vieldran um es auf diese Art und Weise als „gewissenhaft“ erledigt abzuhaken. Ich unterstelle Ihnen, dass Sie dafür nicht angetreten sind!

 

Auch in der Fahrschulbranche belegen Sie uns nicht selten mit Gesetzen und Verordnungen, die in der Praxis jeglicher Nachvollziehbarkeit entbehren. Erklären Sie mir bitte wie es sein kann, dass Sie einem 17-jährigen, der eine Fahrprüfung für den Autoführerschein nach entsprechender Ausbildung mit einen Automatikfahrzeug bestanden hat, nicht zutrauen, dass er es schafft ein Schaltfahrzeug nach kurzer Einweisung seiner Begleitperson bedienen zu können. Im Gegensatz dazu trauen Sie aber einem 16-jährigen zu, der mit einem 125er Motorrad eine Fahrprüfung bestanden hat und noch nie ein Auto bedient hat, allein ohne Begleitperson ein Auto zu fahren, dessen einziger fahrtechnischer Unterschiede zu dem Auto des 17jährigen ist, dass die Räder der Hinterachse so ummontiert sind, dass sie nach Zulassungsverordnung mittig so eng stehen, dass das Auto als Trike gilt. Durch die Räderstellung hat sein Auto natürlich ein grottenschlechtes Fahrdynamikverhalten und ist zusammen mit der Geschwindigkeitsbegrenzung eine echte Gefahr auf der Straße. Übrigens klappt es tatsächlich komischerweise ganz gut. Trotzdem muss dieser junge Mann, der nunmehr 1 Jahr mit seinem Trikeauto ohne Begleitperson wunderbar zurecht gekommen ist, jetzt noch einmal den Führerschein der Klasse B machen, mit allen vorgeschriebenen Fahrstunden und einer Theoretischen und PraktischenPrüfung, um weiter ab 17 in seinem Auto fahren zu dürfen, dass jetzt natürlich durch die Rückstellung seiner Hinterräder viel sicherer wird und zwar nur mit einer Begleitperson bis er 18 ist. Müssen Sie da nicht lachen? Ist Ihnen das bewusst, was Sie da durch Ihre Gesetze verursacht haben? Dem sollen wir mit Verständnis begegnen? Können Sie das?

 

Sie zeigen an unzähligen Beispielen, in allen Branchen, dass Sie und die Mehrheit Ihrer Berater nicht im Entferntesten Ahnung haben, von dem was Sie da tun. Auf dieser Basis erlassen Sie GESETZE! Zumindest verstehen Sie vielleicht, dass es von uns aus betrachtet so aussieht. Eine andere Erklärung lässt sich für uns nicht finden, außer Sie machen das bewusst, bewerten unseren Stellenwert und nehmen bewusst hin, welche Konsequenzen wir zu tragen haben und dass Sie immer wieder leichtfertig mit unserer Existenz umgehen, als sei es ein Trinkgeld für Sie oben drauf.

 

Wir akzeptieren stumm alles und halten uns an die Regeln, aber jetzt schließen Sie uns die Betriebe und kümmern sich nicht einmal darum, dass wir hier mit Würde durchkommen können. WIR SIND AM EXISTENZLIMIT!!!!!!!!! FÜR UNS IST NACHKRIEGSZEIT!!!! Mein Mann wird die nächsten Jahre voll weiter arbeiten müssen, sonst werden wir die zusätzliche Belastung nicht leisten können.

 

Wir hatten zusätzlich zu unserem Kredit sämtliche Tilgungsraten ausgesetzt, Sozialversicherungsbeiträge und UST gestundet und EST-Vorauszahlung auf null gesetzt. Das hat uns selbst enorm verunsichert, da wir ja wissen, dass kommt alles später, zusätzlich zu der Tilgungsrate für das neu aufgenommene Geld. Und als Fahrschule hat man nicht unbedingt viele Möglichkeiten seinen Gewinn zu steigern. Wir können nicht mehr als Fahren! Wegen der niedrigen Gewinnspanne bleibt kaum mehr hängen und blitzschnell in eine höhere Steuerprogression gerutscht, kommt am Ende weniger raus, bei mehr Arbeit. Zudem haben wir auch kaum Möglichkeit uns zu Vergrößern, weil es seit Jahren extremen Fahrlehrermangel gibt und auch da zeigen Sie wenig Interesse wo dafür die Ursachen liegen und die Gesetzesänderungen, die sie dafür vorgenommen haben, werden das Problem nicht lösen, leider eher verschärfen. Sie müssten wirklich mal fragen, was wir Profis denken, was für Gesetze und Verordnungen dazu nötig sind.

 

Ein ernst gemeinter Vorschlag wäre, erlassen Sie allen Ihren Klein-und Mittelstandsunternehmern die Steuerzahlung für die gesamte Pandemiezeit! Ja ich meine das ernst,Umsatzsteuer und Einkommenssteuer! Alle Klein-und Mittelstandsbetriebe, die durch Schließung betroffen waren zahlen als ersten Schritt für alles was sie dennoch eingenommen haben keine Steuern!

 

Ich lade Sie sehr herzlich ein, dass ich Ihnen aufzeige, was diese Pandemie und Ihre Schließung in unserem kleinen Betrieb in Zahlen bedeutet. Als Vorgeschmack: In unserem ersten Shutdown hatten wir irrwitziger Weise mehr Anmeldungen als die Jahre jemals davor. Bei uns ist zur Anmeldung Grundbetrag und die Kosten für Lehrmaterial fällig. Das führte dazu, dass wir trotz fast 3 Monaten Schließung kaum Umsatzeinbußen 2020 hatten. Allerdings konnten wir diese Schüler nicht mit Fahrstunden bedienen und alle Anderen auch nicht. Die Aufarbeitung dieses Rückstaus wird uns die nächsten beiden Jahre beanspruchen und wir können aber keine Neuanmeldung generieren. Die Grundgebühr beträgt 20 Prozent unseres Gesamtumsatzes und erst in den nächsten beiden Jahren werden wir die Einbuße generieren und dann Probleme haben unserer Rechnungen zu bezahlen.

 

Nun fragen Sie sich, was wir für ein Problem hätten, wenn wir doch den gleichen Umsatz hatten? Ganz einfach, ein Teil unserer Altersvorsorge ist in ein Ferienvermietungsobjekt in Kroatien investiert, dessen Abbezahlung, monatlich 1.800 € und Unterhalt über die Vermietung an Urlauber bedient wird und nach Abbezahlung in 5 Jahren als zusätzliches Alterseinkommen gedacht war. Durch Corona, hatten wir hier einen Totalausfall wegen ausgebliebener Urlauber und mussten das selber bezahlen. Auch in diesem Jahr haben wir inzwischen nicht viel Hoffnung auf Einnahmen. Nun hatten wir alle gestundeten Verpflichtungen aus dem letzten Jahr nach bezahlt, zusätzlich immense Summen für die Bewältigung der Auflagen investiert, aber die EST-Vorauszahlung 2020 hatten wir noch nicht geleistet und statt dessen die gesamte Summe unseres aufgenommenen Kredits dafür auf die Seite gelegt.

 

Am 15. Dezember haben Sie uns erneut geschlossen. Am 2. Februar war dieses Geld Geschichte mehr noch wir sind im Minus und werden neues Geld auf Kosten unseres Ruhestands aufnehmen müssen um Sie zu bedienen! Jetzt erklären Sie mir und all den unzähligen anderen Unternehmern, wie Sie auf die Idee kommen können, dass diese vielen erneut betroffenen Betriebe, nach diesem Jahr eine erneute Schließung verkraften sollen, wenn Sie ein derart unausgegorenes Hilfskonzept anbieten, bis zu 90 % der betrieblichen Fixkosten zu übernehmen. Ich verstehe das so, es ist Ihnen völlig egal, ob wir unsere Fahrschule weiter führen oder ob das dann unser bisher angestellter Fahrlehrer macht. Für Sie bleibt es die gleiche Einnahme. Dem Konzern TUI muten Sie das aber nicht zu! Wer sind die Menschen dahinter? Ist es da nicht egal, wer nach der Pandemie die Arbeitsplätze erhält?

 

Aber der Friseur Thomas Schere ist ihnen schon egal, der in den Betrieb seiner Eltern hineingewachsen ist und nach der Pandemie in seinem eigenen Laden als Angestellter bei seiner bisherigen Empfangsdame arbeitet und mit ziemlicher Sicherheit in zehn Jahren, wenn er in Rente geht Flaschen sammeln muss, weil von seiner selbstständigen Altersvorsorge ist ja nichts mehr da und in zehn Jahren als Angestellter? Rechnen Sie bitte selbst! Für Sie bleibt es gleich Sie bekommen jetzt die gleiche Steuer von Frau Schnippschnapp, die den Friseurladen übernommen hat.

 

Ich kann dieses Konzept auf alle Branchen anwenden. Nicht ganz auf die Einzelhändler, die waren leider schon vor der Pandemie durch Onlinehändler gebeutelt. Bezahlt Amazon eigentlich genauso viel Steuer für seinen in Deutschland generierten Umsatz, wie das die deutschen Einzelhändler gemacht haben? Von den Arbeitsbedingungen auf den Arbeitsplätzen möchte ich gar nicht reden. Tatsächlich bin ich mit all dem überfordert und frage mich schon recht oft, was Sie eigentlich richtig gut machen? Das ist einfach nur aufrichtig und ich bezweifle, dass Sie anders reagieren könnten in meiner Situation.

 

Für mich sieht es so aus, dass wir Ihnen egal sind, mit Ihrem Betriebskostenzuschuss sorgen Sie dafür, dass die Branchen bedient werden, die von unseren Zahlungen abhängig sind, bis das später unser Nachfolger übernehmen kann! Vermieter, Stromanbieter, Autokonzerne, Versicherungen, Telekom .... usw.

 

Ich sag es jetzt mit allem Nachdruck: Ich bin ENT-TÄUSCHT! Sie lassen uns Klein-und Mittelstandsunternehmer, das Rückgrat dieses wunderbaren Landes Ihre Rechnung bezahlen und stellen sich auch noch so dar, als würden Sie alles für unser Überleben tun. Es wird kaum einer merken, wenn wir nicht überleben. Was sind wir eigentlich für Sie? Was ist dieses Land für Sie? Was zählt der einzelne Bürger?

 

Bitte kommen Sie auf meine Seite. Wen würden Sie wählen, im Herbst? Im für Sie bestem Fall gehen wir nicht zur Wahl. Wenn doch?

 

Meine ernst gemeinten Vorschläge und ja Forderungen sind:

 

  1. Sofortiger Erlass von UST und EST für die Zeit der Betriebseinschränkungen für betroffene Betriebe bis zu einer EST-Jahreslast des Unternehmers in Höhe von 50.000 € in den letzten fünf Jahren.
  2. Steuererlass für Neubetriebe.
  3. Sofortige Abschlagszahlungen in Höhe von 75% gemessen an der Vorjahres-UST-Jahreslast auf den beeinträchtigten Zeitraum umgelegt. Anhand der UST-Vorauszahlung gemessen weniger, wenn entsprechend Einnahmen generiert werden konnten. Diese Zahlen liegen den Finanzämtern vor und können auf ein unkompliziertes Antragsverfahren mit Hinweis auf die Zahlen aus dem Finanzamt geleistet werden. Eine spätere genaue Abrechnung und Überprüfung steht außer Frage. Wie sollten Betrügereien statt finden können, wenn aus den vorliegenden Umsatz-und Einkommenssteuererklärungen bemessen wird?
  4. Generelle Überarbeitung der Einkommenssteuergesetze: EST-Freibetrag jedes Unternehmers ab einem Vollzeitangestellten gemessen an der Höhe der aktuellen Jahresdiäten eines Bundestagsabgeordneten. Gemessen an dem direkten Leistungs-/Verantwortungs-/Risiko-und Ertragsverhältnis, scheint das tatsächlich die einzig gerechte Variante zu sein.

Alternativ dazu:

 

  1. Bitte erklären Sie Ihrer Bevölkerung, warum Sie das Deutsche Unternehmertum, derart im Stich lassen!
  2. Bitte erklären Sie, warum die Großkonzerne Gewinne ausschütten können und trotzdem geleistete finanzielle Hilfen behalten dürfen und zusätzliche Finanzspritzen, bezahlt aus unseren Steuergeldern erhalten!
  3. Bitte erklären Sie Ihrer Bevölkerung, warum Ihnen ein amerikanischer Onlinekonzern mehr bedeutet, als all die Einzelhändler in Ihrem Land!
  4. Bitte erklären Sie unseren Enkelkindern, warum Sie möglicherweise bald nicht mehr bei Oma und Opa übernachten können, weil die in Ihrer neuen kleinen Wohnung keinen Platz mehr für ein Bett für sie haben und warum wir bald nicht mehr mit unserer ganzen Familie zusammen an unserem Esstisch sitzen können, obwohl wir alles in Ihrem Sinn gemacht haben und trotzdem Ihre Entscheidungen mit drastischen Einschränkungen in unserer Existenz bezahlen müssen.
  5. BITTE, sehen Sie sich die ganzen Einzelschicksale an, von denen Sie Verständnis und Unterstützung für Ihre Entscheidungen fordern und die Ihre Rechnungen dafür bezahlen und das Gefühl haben,

    DASS SIE FÜR SIE NUR EINE NUMMER SIND UND NICHT EINMAL DAS!

Ich würde wirklich gerne noch viel genauer werden, es gibt Ihnen noch soviel zu erklären, ich bin verzweifelt, weil ich einfach nicht verstehen kann, warum Sie uns das alles abverlangen und wir immer versuchen es uns zu erklären und ruhig zu bleiben und Vertrauen zu üben. Inzwischen fürchte ich, dass das sehr naiv ist! Da wir wie viele andere seit 4 Wochen wieder arbeiten dürfen und sehr viel Zeit benötigen, um alles zu reorganisieren kommen wir kaum mehr zum Nachdenken. Und vielleicht spielt Ihnen das zu und Sie hegen die Hoffnung, dass wir bald still sind mit unseren Forderungen. Das können wir nicht!

 

Wenn Sie nicht helfen, wird es für viele von uns kein würdiges Leben mehr geben!

 

Bei uns in der Branche haben die Schließungen übrigens auch immense Folgen für unsere Kunden. Viele fangen quasi von Vorne an, was die Kosten für Ihren Führerschein immens erhöht.

 

Die letzten fünf Tage haben wir wieder Angst vor Schließung! Gestern Nacht verkünden Sie eine Oster-Ruhe, die uns zusätzlichen Aufwand beschert und die Gewissheit, dass es danach auch nicht besser wird. Sie haben monatelang verschlafen, sich um Strategien zu kümmern, wie wir die zweite und dritte Welle verhindern können. Ich verstehe Ihre Angst, aber ich habe noch mehr Angst als Sie!

 

Sie haben Angst um Ihren Status, um Ihre politische Karriere, wir haben Angst um unser Leben!

 

Für mich steht es außer Frage, dass Schließungen notwendig sind und dass jedes einzelne Leben zu schützen ist! Nichts anderes beanspruchen wir für uns!

 

Und jetzt möchte ich gerne wissen, was Sie unternehmen werden, damit es uns morgen noch gibt und wir mit Würde irgendwann einmal in einen hart erarbeiteten Ruhestand gehen können, so wie Sie weil wir oder unsere Nachfolger Ihre Pensionen bezahlen.

 

Mit großer Hoffnung und Respekt auf baldige Antwort wartend und hochachtungsvollmit herzlichen Grüßen

 

Deniz Füllgraf

Viereth-Trunstadt, 24.03.2021

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